Web 1x1: Content-Management-Systeme

Wer sich ein wenig mit dem Internet auseinandergesetzt hat, stößt früher oder später auf den Begriff Content-Management-System, kurz CMS. Häufig fallen Namen wie Wordpress, Drupal, Joomla oder Typo3 – aber was ist das überhaupt, so ein CMS?

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Wer sich ein wenig mit dem Internet auseinandergesetzt hat, stößt früher oder später auf den Begriff Content-Management-System, kurz CMS. Häufig fallen Namen wie Wordpress, Drupal, Joomla oder Typo3 – aber was ist das überhaupt, so ein CMS?

Die kurze Antwort: Mit einem Content-Management-System kann man die Inhalte seiner Website (mal mehr, mal weniger) einfach selber bearbeiten – direkt im Browser und ohne Software, die lokal installiert werden müsste.

Änderungen im
CMS werden sofort  auf der Website übernommen Änderungen im CMS werden sofort auf der Website übernommen

Im CMS bearbeitete Inhalte müssen in der Regel bloß abgespeichert werden, um sie danach umgehend auf der Website anzuzeigen. Viele CMS bieten sogenannte WYSIWIG-Editoren („What You See Is What You Get“). Anstatt selbst HTML-Quellcode bearbeiten zu müssen, können Texte bequem so bearbeitet werden, wie man es aus Schreibprogrammen wie Microsoft Word oder Pages gewohnt ist.

Wie kommt der Inhalt in den Browser?

Wenn eine Website aufgerufen wird, schickt der Browser eine Anfrage an den Server, den er unter der angegebenen Adresse findet. Dieser Server gibt dann eine Antwort, die der Browser verarbeitet und anzeigt.

Statische Website: Der Server antwortet auf die Anfrage, indem er eine HTML-Datei ausliefert Statische Website: Der Server antwortet auf die Anfrage, indem er eine HTML-Datei ausliefert

Die einfachstmögliche Antwort, die der Server dem Browser geben kann, ist eine HTML-Datei mit statischem Inhalt, d.h. Inhalte werden immer so wiedergegeben, wie sie anfangs in dem Dokument festgelegt wurden. Die Arbeit des Servers beschränkt sich in diesem Fall darauf, eine Anfrage entgegenzunehmen und die entsprechende Datei zu „servieren“.

CMS: Das Content-Management-System erzeugt die Antwort auf die Anfrage dynamisch CMS: Das Content-Management-System erzeugt die Antwort auf die Anfrage dynamisch

Ist auf dem Server ein Content-Management-System installiert, wird auf Anfrage die entsprechende Antwort an den Browser vom CMS dynamisch erzeugt. Inhalte werden hier nicht von vornherein in einer HTML-Datei, sondern in einer Datenbank auf dem Server gespeichert. Wenn man sich in sein CMS einloggt und einen Inhalt bearbeitet, wird die Datenbank aktualisiert. Das nächste Mal, wenn ein Inhalt angefragt wird, erzeugt das CMS diesen anhand der gespeicherten Änderungen neu. Um zu vermeiden, dass sehr viele Anfragen auf einmal den Server überlasten, unterstützen die meisten Systeme sogenanntes „Caching“ – im Idealfall wird der Inhalt nur bei der ersten Anfrage neu erzeugt, folgenden Besuchern wird das zwischengespeicherte Ergebnis präsentiert.

Beachtenswertes

Ein CMS bietet große Vorteile, wenn es darum geht die Inhalte einer Website selber zu bearbeiten. Programmierkenntnisse sind für den Endnutzer nicht erforderlich und die Bedienung des Systems erschließt sich meist schnell. So muss niemand Externes mit der Pflege der Website beauftragt werden und Änderungen lassen sich zeitnah und einfach selbst einpflegen.

Wie alles im Leben kann die Nutzung eines CMS aber auch Nachteile mit sich bringen, welche man gerade im langfristigen Betrieb einer Website im Hinterkopf behalten sollte:

Ein Content-Management-System ist Software und sollte aktuell gehalten werden. Ausnahmslos jede Software enthält Programmierfehler (sogenannte „Bugs“) – schließlich sind es Menschen, die diese Software schreiben und Menschen machen Fehler. Diese Fehler können zu Sicherheitslücken führen und werden früher oder später bekannt und ausgenutzt. Sollte die eigene Website gehackt werden, ist es im besten Fall ein Ärgernis die Seite neu aufsetzen zu müssen. Im schlimmsten Fall könnten Nutzerdaten entwendet werden oder es kommt zu schmerzhaftem Umsatz- und Imageverlust. Erschreckend viele CMS-Installationen sind nur mangelhaft gesichert und aktuell gehalten – dabei geht es nur um wenig Wartungsaufwand.

Eine statische Website kann Performance-Vorteile bieten. Je nach Implementierung kann der Betrieb eines CMS die Ladegeschwindigkeit einer Website mehr oder weniger stark beeinflussen. Wenn klar ist, dass sich der Inhalt einer Website nur selten ändert, mag es also unter Umständen Sinn machen, auf die Einbindung eines CMS zu verzichten.

Ausblick

Content-Management-Systeme erlauben auch Menschen mit wenig Erfahrung in Webentwicklung schnell und einfach ihre Website aktuell zu halten. Gerade häufig genutzte Systeme wie Wordpress, Drupal, Joomla oder z.B. Typo3 bieten darüber hinaus auch viele Möglichkeiten für erfahrene Nutzer, die über die einfache Bearbeitung und Darstellung von Text- und Bildinhalten hinausgehen. Neben den großen Namen haben sich in den letzten Jahren aber auch Systeme wie Perch, Statamic oder Kirby als Alternativen etabliert, mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben.